Schimmelsanierung PDF Drucken E-Mail

Im Laufe den letzten Jahren hat sich der Schimmelbefall immer weiter zu einem zentralen Problem vieler Wohnungsvermieter und Unternehmen herausgestellt.

So treten vor allem in Mehrfamilienhäusern mit älterer Bausubstanz Schimmelprobleme auf, wenn eine Teilsanierung erfolgt (z.B. Austausch der alten Fenster gegen neue, dicht schließende Isolierglasfenster). Als geradezu klassisch kann ein Schadensbild betrachtet werden, dass solchen Teilsanierungen oftmals nachfolgt.


Die Mieter oder Eigentümer klagen über Schimmelbildung in den Wandaußenecken und im Bereich der Fensterlaibungen. Schadensursächlich ist oftmals eine ungenügend gedämmte Fassadenkonstruktion, die in der Winter-Saison für zu niedrige Wandtemperaturen der Außenwände sorgt. Da nach dem Einbau neuer Fenster keine passive Lüftung (wie bei alten Holzfenstern, die nie dicht schlossen) mehr stattfindet und zugleich eine Verlagerung des Wärmeabflusses von den Fenstern im Laibungs- und Wandbereich stattfindet, schlägt sich Tauwasser auf den oben genannten Bereichen nieder.


In der Folge bildet sich hier Schimmel.


Durch den Einsatz von Schimmelschutzsystemen kann hier kurz -und mittelfristig mit großem Erfolg Abhilfe geschaffen werden. Allerdings muss immer eine endgültige Beseitigung der Schadensursachen als Endlösung angestrebt werden, da die Schimmelschutzsysteme immer nur die Wachstumsbasis für den Schimmel verschlechtern und somit die Toleranzschwelle erhöhen.


Da aber alle Schimmelschutzsysteme, die dem Stand der Technik entsprechen ohne fungizide Chemikalien auskommen und auf rein physikalischen Wirkungsprinzipien beruhen, muss davon ausgegangen werden, dass diese System nur bis zu einer gewissen Belastungsgrenze die Neubildung von Schimmel verhindern können.


Deshalb kommt es in seltenen Extremfällen, trotz fachgerechter Verarbeitung, zu erneuter Schimmelbildung in sanierten Bereichen. Aus unserer Erfahrung mit über 40 bislang sanierten Objekten ist allerdings abzuleiten, dass tatsächlich Extrembedingungen notwendig sind, um die nachbeschriebenen Systeme zu überfordern.


Als Beispiel sei hier ein Fall geschildert, in dem die Mieter einer 4-Zimmerwohnung mehrmals täglich heiß duschten (5 Personen!), einen Kondensattrockner ohne Außenablüftung betrieben, begeisterte Hobbyköche waren und ca. 22 Topfpflanzen in der Wohnung hatten. Starker Schimmelbefall, vor allem im Bereich der Fensterlaibungen und Heizkörpernischen wurde von uns mit dem Kulba BioRid System saniert (Gesamtfläche ca. 14 m²!). Trotz der ausdrücklichen Aufforderung an die Mieter, mindestens 3x täglich quer zu lüften, erfolgte keine Veränderung der Nutzungsgewohnheiten.


Bei einer ca. 9 Monate später durchgeführten Ortsbegehung war auf einer Gesamtfläche von ca. 0,25m² erneut Schimmel gewachsen. Da auf sämtlichen Fensterbrettern Tauwasserpfützen feststellbar waren und sogar in den Außenwandecken Tauwasserperlen erkannt wurden, mussten wir dem Vermieter das Räumen der Wohnung oder die Montage einer Lüftungsanlage nahelegen.


In einem anderen Fall führte ein durch die Außenwand führender Riss an der Deckenkante zu starkem Kaltlufteintrag bei starkem Wind. Dabei entstand auf der Wandinnenseite eine so große Menge Kondensat, dass die Wand sichtbar durchfeuchtet wurde. In der Folge tauchte auf der sanierten Fläche erneut Schimmel auf.


Man kann aufgrund dieser Beispiele also ableiten, dass ein Schimmelsaniersystem den meisten Fällen hervorragend gewachsen ist und eine schnelle und kostengünstige Beseitigung eines Schimmelbefalls in Wohnräumen ermöglicht. Bei groben baulichen oder nutzungsbedingten Mängeln kann die Schimmelsanierung allerdings nur als begleitende Sofortmaßnahme betrachtet werden, die ein Beseitigen der Schadensursachen nicht ersetzt.


In unserem Hause werden 3 Systeme zum Schimmelschutz angeboten.


Schimmelschutzbeschichtung mit dem Kulba BioRid System

Hierbei wird der vorhandene Schimmelbelag in 3 sich wiederholenden Arbeitsgängen im Sprühverfahren mit Kulba BioWash abgetötet und mit einem Schwamm mechanisch abgenommen. Nach dem Abtrocknen der zu behandelnden Flächen wird dann die Schimmelschutzbeschichtung Kulba BioRid in 3 Lagen aufgetragen.

Die Beschichtung ist weiß und kann mit dampfdiffusionsfähigen Farbsystemen überarbeitet oder mit mineralischen Pigmenten eingefärbt werden. Das System nutzt das Prinzip der Oberflächenvergrößerung und erzielt bei entsprechender Auftragsmenge eine Oberfläche von 18.000m² pro m² Wandfläche! Entstehendes Tauwasser lagert sich in der Beschichtung ein. Die Oberfläche bleibt trocken. Somit fehlt dem Schimmel die Lebensgrundlage, da er zum wachsen eine feuchte Oberfläche benötigt.


Schimmelsanierputz Remmers

Der Schimmelsanierputz aus dem Hause Remmers ist ein speziell für die Schimmelsanierung entwickeltes Produkt, das ebenfalls den vorbeschriebenen physikalischen Effekt der Oberflächenvergrößerung nutzt und gleichzeitig durch hohe Alkalität eine lebensfeindliche Umgebung für den Schimmel schafft.

Durch die größeren Schichtdicken, dass Produkt lässt Putzdicken bis 6cm in einem Auftrag zu, wird das Speichervolumen gegenüber einem Beschichtungssystem deutlich erhöht. Zusätzlich besitzt das System wärmedämmende Eigenschaften. Der Einsatz dieses Systems zieht allerdings größere bauliche Tätigkeiten wie abschlagen der Altputze mit der einhergehenden Staubbildung nach sich.


Calcium-Silikat Klimaplatten

Eine weitere, wirksame Methode, Schimmel zu bekämpfen, ist der Einsatz moderner Klimaplatten auf Calcium-Silikat Basis. Diese Platten haben ähnliche Wirkmechanismen wie die beiden vorbeschriebenen Systeme. Die Platten werden hohlraumfrei auf die vorher fachgerecht schimmelbefreiten Wand- und Deckenflächen aufgeklebt.

Hier kann auf Langzeiterfahrungen zurück geblickt werden, die die Wirksamkeit dieses Systems bestätigen. Doch auch hier ist sehr wichtig, dass die Atmungsfähigkeit des Systems nicht durch das Aufbringen einer dampfbremsenden Deckbeschichtung wie Dispersionsfarbe, beeinträchtigt wird.